Tipps mündliche Prüfungen

Tipps für mündliche Prüfungen

Immer wieder erlebt man als Prüfer Studenten, die ziemlich unbeholfen und ungeschickt eine mündliche Prüfung antreten.

Hier ein paar Tipps:

Unauffällige Erscheinung: Für eine Prüfung wie  für ein Bewerbungsgespräch sollte man möglichst natürlich und unauffällig erscheinen: Es geht in beiden Fällen nicht darum, wenn man gerne wäre. Es geht darum, was man zu bieten hat (Bewerbungsgespräch) oder was man gelernt hat (Prüfung). Also freien Bauchnabel, sehr kurze Röcke, extravagante Kleidungen und ähnliches sollte man lieber vermeiden.

Gepflegte Erscheinung: Es kommt vor, dass der Prüfling stinkt. Ist jemand die Umwelt so wichtig, dass er nur einmal im Monat duscht, dann empfiehlt es sich, das monatliche Dusch-Erreignis für den Prüfungstag einzuplanen. Duschen beruhigt und ist somit nicht nur für den Prüfer eine gute Prüfungsvorbereitung.

Wachsame Erscheinung: Prüfungen stressen. Ich kenne viele Menschen, die noch Jahrzehnte nach schwierige Prüfungen ab und zu Albträume davon haben. In eine Prüfung wie ein Zombie erscheinen, weil man sich voll mit Beruhigungsmittel gestopft hat, ist kein guter Ansatz. Erstens hilft es nicht gerade, schwierige Fragen zu beantworten. Zweitens macht es kaputt.

Unbeholfenheit vermeiden: Prüfe ich Gebieten von Kollegen, so frage ich als Eröffnung gerne nach einer kurzen Schilderung des Gebiets.  Die Antwort “Das würde ich gerne selbst wissen! Aus der Vorlesung war es nicht ganz ersichtlich!”  ist auch dann nicht schlau, wenn sie wahrheitsgemäß ist. In einer Prüfung geht es nämlich um das Wissen des Prüflings, nicht des Dozenten. Ein Blick in Wikipedia reicht in der Regel aus, um zu lernen, was ein Fachgebiet der Informatik eigentlich ist – und ist einem Informatik-Student zumutbar.

Tricksen vermeiden: Wenn  man eine Frage nicht antworten kann, dann ist es besser offen und ehrlich zu sagen. Das wirkt besser als tricksen. Der Prüfer ist vielleicht weder schlau noch gebildet. Er hat aber viel Erfahrung mit Prüflinge gemacht und erkennt fast immer, wer versucht ihn hereinzulegen. Dazu gehört nicht viel. Es verlangt kaum Sachverstand.